KI Text erkennen

Typische ChatGPT-Wörter und Gedankenstriche

Du liest einen Text und denkst: Das klingt nach ChatGPT. Oft liegt das an ein paar Wörtern und einem Satzzeichen. Hier findest du konkrete Beispiele und was die Forschung sagt. Einen allgemeinen Überblick über Merkmale von KI-Texten gibt dir Woran erkennt man KI-Texte?

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Was Studien über ChatGPT-Wörter zeigen

Ein Team um Dmitry Kobak von der Universität Tübingen hat über 15 Millionen englische Fachartikel-Zusammenfassungen aus PubMed von 2010 bis 2024 ausgewertet (Science Advances, 2025). Nach dem Start von ChatGPT tauchten bestimmte Stilwörter plötzlich viel häufiger auf: „delves“ 28 Mal so oft wie erwartet, dazu „underscores“ und „showcasing“. Die Forschenden schätzen, dass mindestens 13,5 Prozent der Zusammenfassungen von 2024 mit einem Sprachmodell bearbeitet wurden.

Solche Listen altern allerdings schnell. Laut einer Analyse der Washington Post von über 328.000 ChatGPT-Antworten tauchte „delve“ im Juli 2025 nur noch in einem von 1.000 Chats auf (Boston Globe).

Typische KI-Wörter im Deutschen

Für das Deutsche gibt es solche Belege bisher nicht, wie auch t3n schreibt. Unser Checker markiert trotzdem Wörter, die in KI-Texten oft vorkommen, als „Typisches KI-Wort“, zum Beispiel „Herzstück“, „Wendepunkt“, „vielschichtig“, „facettenreich“, „maßgeschneidert“ und „nahtlos“. Ein Satz wie „Das Herzstück der Arbeit ist ein vielschichtiger Ansatz, der Theorie und Praxis nahtlos verbindet“ würde gleich mehrfach auffallen.

Daneben gibt es Wendungen, die beim Lesen nach Chatbot klingen: „Darüber hinaus“, „spielt eine entscheidende Rolle“, „Es ist wichtig zu beachten“ oder „Zusammenfassend lässt sich sagen“. Das ist unsere redaktionelle Beobachtung, kein Messergebnis, und unser Tool markiert diese Wendungen nicht. Sie stehen auch in vielen Texten, die Menschen geschrieben haben.

Der lange Gedankenstrich

Im Deutschen ist der Gedankenstrich kurz und steht mit Leerzeichen. Der Duden schreibt zum Beispiel „Er glaubte sich in Sicherheit – ein verhängnisvoller Irrtum.“, und die GfdS fasst zusammen: „Bindestrich ohne Leerzeichen, Gedankenstrich mit“. Der lange Strich „—“ ohne Leerzeichen stammt aus dem englischen Satz.

ChatGPT hat ihn eine Zeit lang auffällig oft benutzt. Laut der Washington Post enthielt ein Jahr zuvor weniger als jede zehnte Antwort einen langen Gedankenstrich, im Sommer 2025 mehr als die Hälfte. Seit November 2025 lässt er sich laut OpenAI über die Custom Instructions abstellen (TechCrunch).

Unser Checker markiert den langen Strich „—“ als „Untypische deutsche Typografie“, den kurzen Strich „–“ dagegen nicht. Auch Sternchen wie in „**wichtig**“, also Fettdruck in Markdown, markiert es als „Chat-Formatierung“.

Warum ein Merkmal allein nichts beweist

Menschen schreiben auch „Herzstück“, und manche setzen den langen Strich bewusst. Ein einzelnes Merkmal ist deshalb nur ein Hinweis. Wenn du deinen Text prüfen willst, nutze KI Text erkennen: Jede Markierung zeigt dir, warum sie auffällt. Markiert das Tool einen Text als KI, stimmt das in 94,5 Prozent der Fälle, aber nicht jeder KI-Text wird erkannt. Warum Detektoren generell irren können, steht in Wie zuverlässig sind KI-Detektoren?

Häufig gestellte Fragen

Ist „Darüber hinaus“ ein KI-Wort?

Es ist eine häufige Überleitung, aber kein Beleg für KI. Unser Tool markiert sie nicht.

Ist der Gedankenstrich ein Beweis für KI?

Nein. Er ist ein typografischer Hinweis, mehr nicht.